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Der alte Taufstein II

DER ALTE TAUFSTEIN STEHT WIEDER IN DER KIRCHE

Der romanische Taufstein, der seit 1934 seinen Platz vor dem Südeingang der Martinskirche hatte, steht jetzt wieder in der Kirche. Dort hatte er Jahrhunderte lang gestanden und wurde mit Wasser befüllt, damit die Kinder bei der Taufe vollständig untergetaucht werden konnten. Als die Ganzkörpertaufe abgeschafft wurde, wurde auch der Taufstein aus der Martinskirche entfernt um Platz zu gewinnen. Seit dem stand er im Garten des Pfarrhauses und diente als Wasserbassin.


Der Taufstein "schwebt ein" 



Der Kirchenvorstand der Martinsgemeinde hatte schon vor einiger Zeit beschlossen, dieses älteste Stück Heuchelheimer Geschichte nicht mehr länger unter freiem Himmel Wind und Wetter auszusetzen. Der Wunsch, den Stein zu schützen und zur Geltung zu bringen, war auch 1934 der Grund gewesen, warum er -- damals auf Betreiben des Heuchelheimer Pfarrers Ludwig Weisel, aus dem Pfarrgarten hoch zur Kirche geschafft wurde. Er schreibt über den Taufstein im von ihm heraus gegebenen Heuchelheimer Gemeinde- und Heimatblatt vom 12. Mai 1934:

"Sein Alter wird von sachverständiger Seite auf wenigstens 700 - 800 Jahre geschätzt. Seine Entstehung dürfte vor dem Jahre 1200 liegen. Die meisten Heuchelheimer haben von seiner Existenz kaum eine Ahnung gehabt. Woher sollten sie das auch wissen? Er stand ja auch da, wo ihn niemand suchte. Er schlief seinen Dornröschenschlaf als Brunnentrog im Pfarrhof. Da stand er beim alten Pfarrbrunnen, der viele Jahre die Gemeinde mit Trinkwasser versorgt hatte, als es noch keine Wasserleitung gab. Die Pfarrer haben seinen breiten Bauch benutzt, um das Wasser für den Garten anzuwärmen. Ich habe, als voriges Jahr der Brunnen zugeworfen wurde, nachdem beinah noch jemand hineingefallen war, in dem Regenwasser des Taufsteins meine Hacken und ähnliche notwendige Gartengeräte, um die Stiele vor dem Austrocknen zu bewahren, hineingestellt. Aber das war ein unwürdiger Zustand."

Der Taufstein wurde daraufhin durch die Baufirma Wilhelm Rinn auf seinen Platz an der Südseite der Kirche geschafft. Mit großen Anstrengungen, denn - so schreibt Ludwig Weisel weiter - Der Stein ist schwer. Lungstein, vermutlich aus den Brüchen bei Beuern in Oberhessen, hat ein hohes spezifisches Gewicht. Er wiegt annähernd 40 Zentner.


Der alte Taufstein an seinem neuen Platz 



Am Freitag, den 23. Juni 2006 hat nun die die auf Schwertransporte spezialisierte Firma Erhard Kreiling den Taufstein mit moderner Logistik und professioneller Erfahrung über die große Treppe in die neue Kirche verbracht, wo er jetzt zwischen Kanzel und Altar steht. Bereits seit einigen Jahren existiert ein Metallaufsatz mit Taufschale, der in den Taufstein eingesetzt werden kann, um das Taufwasser aufzunehmen.

Nach langer Zeit wird der Taufstein damit wieder seiner ursprünglichen Bestimmung gemäß benutzt - und bildet im Chorraum der neuen Kirche einen Kontrapunkt zu der doch sehr modernen Architektur des Kirchenbaus.

Cornelia Weber/Günter Kröck


Der alte Taufstein

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